Eine der zentralen Aufgaben des Weißen Kreuzes ist es „Die Notfallmedizin zum Patienten zu bringen“. Das bedeutet, dass eine Struktur notwendig ist, um im städtischen Bereich in höchstens acht und sonst in 20 Minuten die Unfallstelle erreichen zu können. Das sind die Vorgaben des nationalen Gesetzes.
Daher wurden landesweit 30 Rettungsstellen (Sektionen) eingerichtet (Bodenrettung), drei Hubschrauber eingesetzt (Flugrettung) und die Wasserrettung organisiert. Die Notfälle werden von der Landesnotrufzentrale 118 entgegengenommen und koordiniert. Sie entscheidet über das jeweils geeignetste Rettungsmittel, wobei im Notarztwagen und im Rettungshubschrauber ein Notfallarzt der Sanitätsbetriebe mitkommt. Die Rettung wurde in Südtirol mit Landesbeschluss Nr. 349/1994 dem Weißen und dem Roten Kreuz übergeben. Die Verrechnung erfolgt seit 2003 über die Sanitätsbetriebe auf der Basis einer Jahrespauschale pro Ambulanz und der gefahrenen Kilometer. An Werktagen zwischen 7 – 20 Uhr erfolgt der Dienst über Hauptamtliche, alle restlichen Zeiten, auch nachts, verrichten ihn die freiwilligen HelferInnen.
DIE BODENRETTUNG In Südtirol stehen 209 Rettungs- und Krankentransportwagen rund um die Uhr einsatzbereit! Hinzu kommen neun nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen ausgestattete Notarztwagen und alle anderen verfügbaren Mittel der Landesnotrufzentrale, von den Hubschraubern bis zu den Einsatzfahrzeugen der Bergrettung. Jährlich fährt das Weiße Kreuz rund 40.000 Rettungseinsätze auf der Straße.
HINTERGRUNDDIENST Bei kurzfristigen Versorgungsengpässen der Rettungsmittel, etwa bei Großschadensereignissen, werden durch diesen Dienst freie Mittel verfügbar gemacht. Mitarbeiter stehen in Bereitschaft und können so schnell alarmiert werden.
FLUGRETTUNG
Übung in Ulten
Rettungshubschrauber werden dort eingesetzt, wo dringend ein Notarzt benötigt wird und der Unfallort für Boden gebundene Rettungsmittel nicht erreichbar ist.
Die Flugrettung ist ein integrierter Bestandteil des Rettungssystems. Daher ist der Bergrettungsdienst von Anfang an ein starker Partner in der Flugrettung. 1987 trat das Gesetz in Kraft, das die Einrichtung eines Flugrettungsdienstes vorsah. 1992 wurde die Arbeitsgemeinschaft Landesflugrettung gegründet, die aus den Vereinen Alpenverein Südtirols (AVS), Bergrettungsdienst im AVS (BRD), Club Alpino Italiano (CAI) und der Südtiroler Berg- und Höhlenrettung/Corpo nazionale alpino e speleologico (CNSAS) zusammengesetzt ist. Das Weiße Kreuz ist von Anfang an ihr federführendes Mitglied. Zur Ausübung der Rettungstätigkeit bedarf es einer sanitären Genehmigung, die das Weiße Kreuz innehat. Die Landesflugrettung verfügt über je einen Pelikan-Hubschrauber in der Flugbasis Bozen und der in Brixen und in den Hochsaisonen über den Hubschrauber des Aiut Alpin Dolomites, in Pontives/Gröden stationiert. Den Einsatz der drei Rettungshubschrauber erfolgt ausschließlich über die Landesnotrufzentrale 118. Wenn die Notrufzentrale den Hubschrauber alarmiert, entstehen den transportierten Personen keine Kosten, außer bei schweren Fehleinsätzen wie leichtfertiger Alarmierung. Für die Flugeinsätze ist seit 2003 das Ticket (private Zuzahlung für Leistungen der Sanitätsbetriebe) zu bezahlen. Mitglieder des Weißen Kreuzes sind von diesen Gebühren befreit. Auf den Helikoptern arbeiten Notärzte, Piloten und Flug- und Bergretter. Die Pelikan-Hubschrauber sind zweimotorige Eurocopter BK 117 C1-Maschinen, die nach neuesten Vorgaben ausgestattet sind (u. a. 50 m Seilwinde). Sehr viele Einsätze der Flugrettung gelten den Freizeit- und Sportunfällen in den Bergen.
PISTENRETTUNG
Das Weiße Kreuz ist auf dem Kronplatz, der Schwemmalm im Ultental und in Obereggen mit gut ausgebildeten Sanitätern und entsprechender Ausrüstung tätig.
Alle Mitarbeiter haben die beste Ausbildung im Bereich Rettungsdienst und eine zusätzliche spezielle Pistenrettungsausbildung. Alle Erste-Hilfe-Stationen sind auch mit einem Frühdefibrillator für die Herzpatienten ausgerüstet.
Das gute Zusammenspiel der Dienste des Weißen Kreuzes und der Carabinieri bei der Pistenrettung hat sich bewährt. Während sich die Behörde auf die Klärung des Unfallherganges konzentrieren kann, kann der Sanitäter den Verletzten versorgen. Dieser wird angesichts der leider zunehmenden Unfälle von den Pistenbetreibern stark unterstützt.
Die Schutzengel auf der Piste führten landesweit in der Skisaison 2009/10 Versorgungsmaßnahmen bzw. Abtransporte von 988 Patienten durch. Die häufigste Ursache sind Knieverletzungen (27%).
Wenn Sie im Notfall Hilfe brauchen, rufen Sie die 118 an.
Wenn Sie einen Krankentransport für Gehunfähige benötigen, bitte die 0471 444 444 anrufen. Sie werden mit unserer Einsatzzentrale verbunden, die rund um die Uhr in Betrieb ist.