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Weißes Kreuz half Erdbebenopfern in Abruzzen

13.10.2009
Im Zeltlager

Im Zeltlager
Seit April 2009 waren unsere Freiwilligen im Zeltlager von Sant'Elia bei L’Aquila ununterbrochen aktiv. Die letzte Mahlzeit, die sie den Insassen zubereitet haben, wurde am 9. Oktober 2009 aufgetischt. Es ist der wohl längste und ungewöhnlichste Katastropheneinsatz, den das Weiße Kreuz bisher erlebt.

Die gesamte Hilfsaktion der Autonomen Provinz Bozen wurde vom Landesamt für Zivilschutz koordiniert und geschah im Auftrag der Landesregierung.
Monatelang verpflegten die rund sechs bis zwanzig Mitarbeitenden des Weißen Kreuzes bis zu 600, ab September waren es noch rund 350, Erdbebengeschädigte mit täglich drei warmen Mahlzeiten.
Das Erdbeben in der Region Abruzzen ereignete sich am 6. April 2009 um 3:32 Uhr. Bereits am Karfreitag, den 10. April 2009, startete eine 34-köpfige Mannschaft des Betreuungszuges nach S. Elia. Die ersten drei Wochen waren die anstrengendsten, da ein großes Zeltlager aus dem Nichts aufgebaut werden musste.
Die Bevölkerung von S. Elia empfing uns herzlichst. Die Lagerinsassen von S. Elia halfen nach Kräften, wo immer sie konnten. Die Freiwilligen der Notfallseelsorge des Weißen Kreuzes standen den Obdachlosen mit Trost und psychologischer Hilfestellung bei.

Nach den ersten sechs Wochen ausschließlich mit dem Betreuungszug wurde die Organisation schrittweise den Sektionen des Weißen Kreuzes übergeben. Ab Mitte Juni wechselten die Teams der Sektionen wöchentlich. Die 23 Wochen-Gruppen setzten sich aus je fünf Freiwilligen, die entweder Weiß-Kreuz-Mitarbeitende waren oder auch nicht, einem Gruppenführer des Weißen Kreuzes und dem Koch zusammen.
Die Verteilung aller Tageseinsätze der Mitarbeitenden in Sant‘Elia sah so aus: 65 Prozent der Arbeit wurde von Weiß-Kreuz-Freiwilligen geleistet, ein Viertel von so genannten externen Freiwilligen, die restlichen 10 % versahen die Köche, die einzigen Angestellten. Bis zum 11. Oktober 2009 kamen 199 Einsatztage zustande; es wurden fast 600 warme Mahlzeiten bereitgestellt. Geht man von einer durchschnittlichen Tagesbelastung von 12 Stunden aus, so wurden rund 15.500 Arbeitsstunden geleistet, fast zur Gänze war es Freiwilligenarbeit. Auf diese beeindruckende Südtiroler Leistungsbereitschaft können wir stolz sein.
Vor Wintereinbruch konnten zuletzt fast alle Lagerinsassen in neue Häuser oder provisorische Unterkünfte untergebracht werden. Einige wenige Zelte werden nach Mitte Oktober weiter von einem Cateringunternehmen verpflegt.
Dieser Einsatz stellt ein gutes Beispiel für die vereinsinterne Zusammenarbeit dar: Sant’Elia war nicht nur ein gutes Beispiel für eine schnell und gekonnt durchgeführte Freiwilligensuche auf Landesebene, sondern auch für das gute interne Zusammenspiel. Es herrschte immer eine angenehme Atmosphäre, auch wenn man mit immer neuen Problemen fertig werden musste – normal, in einer Katastrophensituation. In Sant‘Elia wurde die Hilfe aus Südtirol sehr geschätzt. Die SüdtirolerInnen wurden also als Garanten des Zusammenhalts gesehen, ein Wert, der besonders in schlechten Zeiten hart auf die Probe gestellt wird. Das war ein schönes Zeichen, das wir in der Katastrophenregion setzen konnten.
 
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