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Der Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes Leonhard Stärk informierte sich über die Art und Weise, wie das auf Freiwilligenarbeit aufgebaute Weiße Kreuz den plötzlichen Wegfall der Zivildiener 2006 organisiert hat.
In Italien wurde die Wehrpflicht 2005 abgeschafft und viele Freiwilligenorganisationen, darunter auch der Landesrettungsverein, mussten Wege finden, die bisherigen rund zugewiesenen 80-130 Zivildiener schnell zu ersetzen.
In Deutschland wird derzeit über die Verringerung beziehungsweise Aussetzung der Wehrpflicht politisch verhandelt. Dadurch würde sich dort das Problem des Ausfalls der Zivildiener ähnlich wie in Italien vor fünf Jahren stellen.
Daher hat sich der Landesgeschäftsführer des BRK, Leonhard Stärk, am 19. August 2010 in Bozen über die Erfahrungen des Weißen Kreuzes informiert. Weiß-Kreuz-Direktor Ivo Bonamico und Personalchef Andreas Pattis stellten Herrn Stärk die bisher recht erfolgreiche Strategie des Weißen Kreuzes in bezug auf die Freiwilligen Zivildiener dar: Bisher machten seit 2005 116 Zivildiener und Zivildienerinnen ihren einjährigen Dienst beim Weißen Kreuz, hauptsächlich im Krankentransport. Von diesen 116 ehemaligen Zivildienern sind derzeit sogar noch 80 % als Freiwillige im Rettungsdienst des Landesrettungsvereins tätig.
Dr. Stärk erhielt Informationen über die Arbeit des Weißen Kreuzes, das für Zivildiener zuständige Amt für Kabinettsangelegenheiten und die italienischen Ämter, die unterschiedliche Formen von Zivildienst anbieten.
Stärk warnte vor den dramatischen Auswirkungen auf das BRK, die der Rückgang oder Ausfall der Zivildienstleistenden im Rettungsdienst und in der Altenpflege hätte. Der Grund dieses Rückgangs ist die Unsicherheit über die Zukunft des Zivildienstes. Denn das noch nicht verabschiedete deutsche Wehrrechtsänderungsgesetz verkürzt die Wehrdienstzeit von neun auf sechs Monate. Daher versendet das Deutsche Bundesamt für den Zivildienst zurzeit keine Vorankündi-gungen zur Einberufung an junge Männer. Trotzdem traten Anfang August in Bayern insgesamt 196 Zivildiener ihren Dienst an, vor einem Jahr waren es aber noch 242.
Landesgeschäftsführer Stärk informierte sich auch über den Freiwilligen Sozial-dienst, eine 2004 eingerichtete Südtiroler Institution, die auf Menschen mit viel Lebenserfahrung zugeschnitten ist. Stärk zeigte sich daran besonders interessiert und davon angetan. -pp/ap-
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