
Dieser letzte Krankenwagen wurde größtenteils durch eine Spende der Ausstellung Eisenbahnwelt in Rabland finanziert. Dort wurde für dieses Projekt mehrere Wochen lang eine Spendenbox aufgestellt und zusätzlich dem Weißen Kreuz die Tageseinnahmen gegeben. An dieser Stelle sei dem Präsidenten der Eisenbahnwelt, Herrn Georg Laimer, für diese großzügige finanzielle Unterstützung gedankt.
Am 22. Oktober um 6 Uhr Früh begann die lange Reise in das Kosovo: Mit dem Schiff ging es von Bari in Richtung Albanien. Die Mannschaft, bestehend aus Sektionsleiter Franz Volgger, Dienstleiter Thomas Holzknecht, Fritz Götsch und Sektionsausschussmitglied Leo Gritsch, erreichte am nächsten Tag gegen Mittag den Hafen von Durazzo in Albanien. Am Hafenausgang wurden die Vier von einer Delegation der OSCE empfangen und bis zur Grenze in das Kosovo und anschließend bis Pristina begleitet, wo sie vom Bürgermeister und dem Gesundheitsreferenten begrüßt wurden.
Am 24. Oktober wurden die vier Naturnser in der Ersten Hilfe der Gemeinde Obilic sehnsüchtig erwartet. Das der Stadt Pristina nächste Krankenhaus ist rund 20 km entfernt und betreut ca. 30.000 Einwohner. Sofort war der Südtiroler Delegation klar, dass der Krankenwagen und das mitgebrachte Material am richtigen Ort eingesetzt werden konnten. Im Kosovo gibt es keine organisierte Rettung nach unserem Standard, da dafür keine Gelder vorhanden sind. Das Krankenhaus ist nur notdürftig eingerichtet. Die Zustände sind schlimmer als in Südtirol vor 50 Jahren.
Die Krankenhausdirektorin erklärte, dass von diesem Krankenhaus aus täglich rund 20-30 Rettungs- und Krankentransporte durchgeführt werden. Dafür stand bisher nur ein älterer Krankenwagen zur Verfügung, den das Rote Kreuz Deutschland gespendet hatte.
Nach ihrer Heimkehr nach ihren Eindrücken gefragt, waren sich alle einig, froh zu sein, in einem Land wie Südtirol leben zu dürfen. Es war eine außergewöhnliche Reise und lehrreiche Erfahrung, die die Gruppe nicht vergessen wird.
Dank gebührt dem Vorstand des Landesrettungsvereins, Präsident Georg Rammlmair und Direktor Ivo Bonamico, die das Projekt von Anfang an unterstützt haben. Ein großer Dank geht auch an das Krankenhaus Brixen, das zwei funktionstüchtige Defibrillatoren zur Verfügung gestellt hat. Die zwei Geräte haben in Italien keine Zulassung mehr, doch im Kosovo werden sie noch lange ihren Dienst verrichten. – ap-