|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
DER VEREIN WEISSES KREUZ onlus
|
 |
 |
|
 |
Der Landesrettungsverein Weißes Kreuz führt Krankentransporte und Rettungseinsätze im sozialen und gesundheitlichen Bereich, Hilfeleistung für Kranke, Verunglückte, Behinderte, ältere Menschen und Personen durch, die körperlich, psychisch, wirtschaftlich oder familiär benachteiligt sind.
Entstehung
Der Landesrettungsverein Weißes Kreuz onlus wurde am 10. August 1965 gegründet und mit Dekret des Präsidenten der Republik Italien Nr. 645 vom 10.10.1974 als privatrechtliche juristische Person anerkannt. Seit dem 21. Mai 1998 ist das Weiße Kreuz im Landesverzeichnis der ehrenamtlich tätigen Organisationen eingetragen.
Tätigkeiten
Die vom Weiße Kreuz ausgeübten Tätigkeiten sind in erster Linie Krankentransporte, Rettung, Aus- und Weiterbildung, Organ- und Labortransporte, Hausnotruf, verschiedene Bereitschaftsdienste, Notfallseelsorge usw. und im Rahmen des Betreuungszuges Zivilschutztätigkeiten. Der Verein führt die gesamte interne Aus- und Weiterbildung selbst durch sowie verschiedene Erste-Hilfe-Kurse für die Bevölkerung. Außerdem ist das Weiße Kreuz federführendes Mitglied der Südtiroler Flugrettung. ...
Diese Tätigkeiten werden von rund 2300 Freiwilligen und Ehrenamtlichen, 300 Angestellten und 20 Freiwilligen ZivildienerInnen ausgeführt (vgl. Organigramme). Die Freiwilligen bewältigen mehr als die Hälfte des Gesamtarbeitsaufkommens im WK. Der Fuhrpark besteht aus rund 150 Krankenwagen, 38 Rettungswagen, davon vier Notarztwagen und vier Notarzt-Einsatzfahrzeugen und 54 Zivilschutzfahrzeugen und -geräten.
Tarifgebühren auf der Basis von Verträgen mit der Autonomen Provinz Bozen und mit den Sanitätsbetrieben, Transporteinnahmen für Private und Versicherungen, Mitgliedsbeiträge und anderer Fundraising-Aktionen, Spenden und öffentliche Beiträge sind die Einnahmequellen des Weißen Kreuzes. Der Landesrettungsverein wird von den Mitgliedsbeiträgen der fast 50.000 Mitglieder in Südtirol unterstützt.
Struktur
Der Landesrettungsverein Weißes Kreuz ist in Südtirol flächendeckend in 30 Sektionen gegliedert, einschließlich der Sektion Cortina d’Ampezzo in der Nachbarprovinz Belluno. Zudem gibt es eine weitere Organisationseinheit, den Betreuungszug im Zivilschutz. Die aktiven Mitglieder wählen alle vier Jahre den Vereinsvorstand, der für die Führung des Vereins zuständig ist. Der Vereinsvorstand wählt den Präsidenten des Vereins, der ihn in der Öffentlichkeit und vor dem Gesetz vertritt (vgl. rechts: Vorstand).
Die Landesleitung mit dem Direktor und rund zehn Abteilungsleiter/innen (siehe Organigramme) leiten den Verein in der Landeszentrale in Bozen. Auf lokaler Ebene führen die drei Bezirksleiter ihre jeweils zehn Sektionen an. Der/die ehrenamtliche Sektionsleiter/in ist für die Vertretung der Sektion nach außen verantwortlich, der angestellte Dienstleiter ist der operationale Leiter der Sektion.
Die Landesleitung ist die Verwaltungs-, Service- und Beratungseinrichtung für alle Mitglieder, Funktionsträger und Gliederungen. Eine der wichtigsten Aufgaben der Landesleitung ist die Versorgung aller Mitarbeitenden mit Nachrichten, Arbeitshilfen, Anweisungen usw.
Die Hauptaufgaben der Landesleitung:
· Allgemeine Trends im Rettungswesen erkennen, Kontakte zu Ämtern und nahen Institutionen pflegen
· Gefahren für die Verbandsentwicklung frühzeitig erkennen, gegensteuern, abwehren
· Aktionen für gemeinsame Ziele starten, das „Wir-Gefühl“ stärken
· Leitlinien und Führungsgrundsätze erstellen, Hilfestellungen anbieten
· Mitgliederwerbung
· Alle Verwaltungsaufgaben
Kleine Vereinschronik:
Die Gründung 1965
In Südtirol gab es bereits vor dem Ersten Weltkrieg einen Rettungsdienst, der traditionsgemäß, ähnlich dem Feuerwehrwesen, von Freiwilligen getragen wurde. Im Jahr 1912 gründete das Bozner Spitalkomitee eine Rettungsgesellschaft. Ihre rund 40 freiwilligen Helfer eilten im ersten Jahr schon zu 659 Einsätzen aus.
Nach der Machtübernahme der italienischen Faschisten wurde auch dieser Verein aufgelöst und die Dienste wurden von anderen, meist nationalen Organisationen angeboten. In Südtirol führte die Rettung das Italienische Rote Kreuz durch. Erst 53 Jahre nach der Gründung der Freiwilligen Rettungsgesellschaft sollte diese Tradition zum Aufbau des Weißen Kreuzes führen.
Der Rettungsverein Weißes Kreuz wurde am 10. August 1965 vom Eppaner Gemeindearzt Johann Nicolussi-Leck, von Günter Eccel, Franz Berger, Heinrich Döcker und Hermann Nicolussi-Leck, den Ärzten Claudio Paruccini, Karl Pellegrini und Letterio Romeo sowie Josef Rössler gegründet.
Die Gründungsväter orientierten sich an den Dienstleistungen in den deutschsprachigen Nachbarländern, die den Verein auch stark unterstützten. Das strategische Ziel war es, in ganz Südtirol die Rettung und den Krankentransport so zu verbessern, dass alle Nutznießer damit zufrieden sind. Von Anfang an wurde die Tätigkeit des WK von der deutschsprachigen Bevölkerung unterstützt und daher vom Italienischen Roten Kreuz nicht gern gesehen und teilweise behindert. Mit dem Erstarken der Südtirolautonomie und dem Eintritt der politischen Vertretung der deutschsprachigen SüdtirolerInnen in die Landesinstitutionen wurde das WK immer stärker gefördert.
Dann begann der Aufbau der peripheren Struktur: die Sektionen. Noch in den 60er Jahren wurden Rettungsstellen in den Gemeinden Bozen, Meran (1967), Corvara/Kurfar (1968), Waidbruck, Bruneck und Schlanders (1969) gegründet. 1967 begann der Aufbau des Betreuungszuges im Zivilschutz. Für die Errichtung einer Sektion war immer die Gemeinde ausschlaggebend, denn es waren die BewohnerInnen selbst, die einen schnellen Rettungs- oder Krankentransport forderten. Die Einnahmen kamen anfangs durch Sammelaktionen von Müll, Bekleidung, durch die Organisation von Bällen und Festen usw. zusammen.
Die 1970er Jahre
Im Jahr 1973 erließ die Südtiroler Landesregierung das Gesetz, mit welchem dem WK ein erheblicher finanzieller Zuschuss für den Ausbau und die Verbesserung des Rettungsdienstes bereitgestellt wurde. Der Dienst selbst aber finanzierte sich noch über Spenden und Beiträge, auch einiger Gemeinden, sowie über die Patienten selbst.
Auf Anfrage der Bevölkerung setzen sich Politiker, Bürgermeister, Ärzte und Privatpersonen dafür ein, dass weitere Weiß-Kreuz-Sektionen errichtet werden. Es entstehen die Sitze in Arabba, Canazei, Livinallongo, Tesero, Brixen (1970), Sterzing, Neumarkt (1971), Innichen, Mals, Seis (1972), Sulden (1974), im Passeiertal, Welschnofen (1975), Cortina d’Ampezzo, Sarnthein (1976), Reschen (1979). Einige Sektionen hielten sich nicht lange (Arabba, Rotaliana), andere kämpften lange ums Überleben. Hauptsächlich Rettungsvereine aus dem deutschsprachigen Ausland unterstützen in dieser Zeit mit Geldmitteln, technischen Geräten, Kursen und Know-how die noch kleinen Sektionen.
Die 1980er Jahre
1986 wird der Flugrettungsdienst eingerichtet und sechs Jahre später die Arbeitsgemeinschaft Landesflugrettung gegründet. Das Weiße Kreuz übernimmt die Federführung. Die Landesflugrettung verfügt heute über zwei Rettungshubschrauber und in der Hochsaison über den des Aiut Alpin.
Erst 1989 erhält das Land Südtirol die Zuständigkeit über den Rettungsdienst, der im Bereich Gesundheit angesiedelt und von den beiden Rettungsorganisationen Weißes Kreuz und Rotes Kreuz durchgeführt wird. Das Tarifsystem für die Transporte wurde eingeführt. Somit festigt sich das Weiße Kreuz strukturell und organisatorisch. Es wurden weitere sechs Sektionen eingerichtet: in Deutschnofen, Eppan, Naturns, Prad, St. Christina und Terlan.
Die 1990er Jahre
1993 richtet die Landesregierung nach einer nationalen Vorgabe die Landesnotrufzentrale 118 ein. Seitdem werden alle Rettungseinsätze von dieser Zentrale aus an das Weiße und Rote Kreuz und die Landesflugrettung vermittelt.
In der gesamten Aufbauphase des Vereins seit 1965 war der Bozner Facharzt Dr. Karl Pellegrini sein verdienstvoller Präsident, Geschäftsführer Karl Detomaso stand immer an seiner Seite. Im Jahr 1995 aber wurde der Verein von einer tiefen Organisationskrise geschüttelt, worauf ein Führungswechsel stattfand und Adolf De Lorenzo die Direktion übernahm und Vereinspräsident Karl Pellegrini dem Primar für Anästhesie in Sterzing, Dr. Georg Rammlmair, die Vereinsführung übergab. Seit 2001 arbeitet Direktor Ivo Bonamico mit dem neu gewählten Vorstand ständig an der Reorganisation und Verbesserung des Weißen Kreuzes.
1998 wird der Verein in das Landesverzeichnis der ehrenamtlich tätigen Organisationen eingetragen, ein so genannter „Onlus-Verein“, da mehr als die Hälfte seiner Arbeit von Freiwilligen geleistet wird.
Das Weiße Kreuz ist eine „Non-Profit-Organisation“ (NPO), also ein nicht gewinnorientierter und gemeinnütziger Verein.
In den 1990ern wurden weitere sieben Sektionen aufgebaut, im Ahrntal, Lana, Mühlbach, Ritten, St. Vigil in Enneberg, im Unteren Eisacktal und im Ultental. In den letzten Jahren erhielten etliche WK-Stellen neue Sitze, oft in den neu errichteten Zivilschutzzentren.
Vergleicht man diese frühest verfügbaren Statistiken des Weißen Kreuzes aus dem Jahr 1979 mit den heutigen, fällt auf, dass das Weiße Kreuz vor fast 30 Jahren weniger als halb so viele Einsätze durchführte als heute, entsprechend war auch die Anzahl der Mitarbeiter.
Auffallend ist, dass die Anzahl der freiwilligen Mitarbeiter (Anfang 2010: 2.300) im europäischen Vergleich eine der höchsten ist. Auch die Anzahl der rund 50.000 Jahresmitglieder des Weißen Kreuzes nimmt kontinuierlich zu, ein Zeichen dafür, dass die Südtiroler Bevölkerung die Dienstleistungen des Landesrettungsvereins hoch schätzt.
© WK 2008; Autorin: Prisca Prugger
|
 |
 |
 |
 |
 |
top |
zurück |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
|